Sammy Molcho – „Alles über die Körpersprache“

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Erst wirkt die Person, dann das gesprochene Wort. Unser Körper drückt aus, was unser Geist denkt. Es ist also wichtiger, wie Sie wirken, als was Sie sagen. Bewegung ist stärker als das Wort. Knapp 95% des Gesprochenen sind schon kurz nach einer Begegnung zwischen zwei Menschen vergessen. Körpersprache, insbesondere Mimik und Gestik, haften hingegen noch nach Tagen und Wochen.

Verschiedene soziale Gruppen haben unterschiedliche Verhaltens- und Bewegungsmuster. Jede hierarchische Stufe besitzt Ihren Verhaltenscode, einschließlich der Kleidung. Ganz selten akzeptieren Menschen, dass sie so sind, wie sie sind. Das soziale Verhalten wird dem individuellen übergestülpt. Man handelt nicht mehr nach seinem Gefühl, sondern nach Maßstäben, von denen man glaubt, sie befolgen zu müssen.

Körpersprache reagiert auf Gefühle. Gefühle sind immer ganzheitlich. Es gibt keine halben Gefühle, sondern nur Gefühle unterschiedlicher Intensität. „Gefühl ist unser Ich zu 100 Prozent. Gedanken können wir uns leihen.“ (Molcho) Körperbewegungen beeinflussen unsere Gedanken und Empfindungen. Und diese wirken auf andere, meistens noch bevor wir uns selber dessen bewusst sind.

Entscheidend ist, dass unsere Körpersprache der dominierende Teil des Kommunikationsensembles ist. Sie beeinflusst das Gesprochene. Indem ich meine Körperhaltung wechsle, ändere ich meinen Standpunkt.

Körpersprache wirkt auf unser Denken zurück und Gedanken wirken stets unmittelbar auf unseren Körper. Ich kann meine Wirkung nur dann ändern, wenn ich meine Einstellung verändere.

Wenn ich auf jemanden wirken will, muss sich bei ihm etwas verändern. Deshalb sehe ich den anderen auch an. Wir wollen wissen, ob und wie er reagiert.

Wer sich selber (autosuggestiv) körperlich in eine bestimmte Haltung bringt, wird auch entsprechend verbal kommunizieren können – und vor allem auch so wahrgenommen werden. Nur wer sich bewegt, verändert.

Immerhin unterliegen einige Fassetten nonverbaler Charakteristika unserem Einfluss. So können wir auf unsere Haltung ebenso achten wie auf ein freundliches Gesicht und einen festen Blickkontakt. Wir können unser Äußeres dem Anlass entsprechend anpassen.

Wir können territoriale Affronts vermeiden und uns bemühen, deutlich, klar und laut zu sprechen. Und wir können uns daran erinnern, dass die subjektive Interpretation unserer Wahrnehmung des anderen ebenfalls unzutreffend sein kann.

Über all dies klärt Samy Molcho seine Leser mit wenig Text aber dafür um so mehr Bilder auf.

Fazit: Wer wissen will, wie Körpersprache funktioniert, wird das bei keinem anderen Autor so genau erfahren können wie bei Sammy Molcho. Er muss es wissen, war er doch einer der besten Pantomimen der Neuzeit.

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