Fred Vargas – „Der verbotene Ort“

Rating: ★☆☆☆☆ 

Die Kriminalromane von Fred Vargas unterscheiden sich nicht nur durch die Person des Kommissars Jean Baptiste Adamsberg, sondern auch durch stets unerwartete Handlungsstränge bzw. Entwicklungen.

Skurril wäre auch wohl das richtige Wort, um die Personen dieses neuen Kriminalromans zu bezeichnen. Skurril ist auch die Handlung, die von London bis nach Serbien reicht, in Gegenden, wo einst Graf Dracula sein Schattendasein fristete: Transsilvanien. Und genau um solche „Wesen“ geht es in diesem Buch, wobei nicht klar wird, ob es der pure Aberglaube ist, der zwei Familien seit Jahrhunderten dazu treibt, sich gegenseitig auszurotten oder ob da doch ein Fünkchen Wahrheit an den „Wiedergängern“ ist. Ein bisschen Grusel entsteht dadurch schon. Auch sonst ist dieses Buch nichts für schwache Nerven, denn Blut fließt zur Genüge.

Dass Fred Vargas „die schönsten und spannendsten Krimis in Europa“ schreibt, wie „DIE ZEIT“ auf dem Cover-Rücken zitiert wird, dieser Meinung möchten wir uns hier so nicht anschließen.

Vorgelesen wird das Hörbuch, das 6 CDs umfasst und 507 Minuten lang ist, von Barbara Nüsse. Gewiss, sie versteht es, die verschiedenen Personen durch Stimmmodulation differenziert darzustellen und dem Hörer die Verfolgung der Dialoge dadurch zu erleichtern. Doch so manches Mal wähnte ich mich in der Rolle eines großen Kindes, der von „Tante Babsi“ vorgelesen bekommt. Mit anderen Worten, als Vorleserin von Kinderbüchern würde Barbara Nüsse meine uneingeschränkte Zustimmung erhalten. Für die Romane von Fred Vargas kann ich mir jedoch geeignetere Stimmen vorstellen. Dabei darf man das Thema mit der Frage verlängern, ob es eine weibliche Stimme sein muss, nur weil die Autorin eine Frau ist – immerhin ist ihr Hauptprotagonist ein Mann – oder vielleicht am Ende auch nicht mal?

Fazit: Gruseliges, verwirrendes Krimihörvergnügen mit unnötigen „Längen“ ohne jegliche Langzeitwirkung oder Anspruch jenseits der Unterhaltung.

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