Martin Suter – „Allmen und die Libellen“

Rating: ★★★☆☆ 

Nehmen wir es gleich vorweg: Martin Suter ist nun vollends im Kriminalroman angekommen – das gemeine Verbrechen inklusive eines Mords zieht sich durch den Roman – und gleichzeitig bleibt Suter der „Business Class“ der Schönen und Reichen und seinem letzten „Weynfeld“  treu.

Suters typischen Schreibstil würde man inzwischen in einer Blindprobe sofort erkennen.

Auch diese Buch hat das Zeug zum „Page turner“ und „Bestseller“ – und auch dieses Buch wird keine Spuren hinterlassen. Soll es auch gar nicht. Denn wir haben es hier mit einem komensurablen Produkt zu tun.

Johann Friedrich (genannt: John) von Allmen ist ein Virtuose des Schuldenmachens. Sein Vater ist durch Grundstücksspekulationen reich geworden und hat seinem Sohn ein Millionenvermögen hinterlassen. Doch das Geld ist diesem nach und nach durch das gute leben abhanden gekommen. Sein aufwändiger Lebensstil ist ihm jedoch geblieben. Was tun?

Bei den Libellen handelt sich um in der wirklichen Schweiz am 27. Oktober 2004 bei einem Einbruch im Château Gingins tatsächlich geraubte, bis heute nicht wieder aufgetauchte, kostbare fünf Glasschalen mit Libellenmotiven des bedeutenden Jugendstil-Künstlers Émile Gallé. Soweit zur Anleihe bei der Realität.

Die lässt sich fortsetzen: Der Autor John Dunning Allmen schreibt Krimis. Dunnings Protagonist Cliff Janeway gerät ebenfalls als leidenschaftlicher Antiquar in Fälle hinein, die ihn, den Ex-Cop, zum Ermittler machen.

Suter hat seinen Privatier, der das köstlichste aller Glücksgefühle im „Lebenschwänzen“ findet, samt seinem spanischsprechenden Butler – einem loyalen ehemaligen Schuhputzer aus Guatemala -als Helden seiner künftigen Krimiserie erfunden. Denn am Ende dieses ersten Buches beschließen die beiden, als professionelle Wiederbeschaffer verlorener schöner kostbarer Dinge zu Serienfiguren zu werden.

Man muss auch als Erfolgsautor langsam an die Altersversogung denken – auch das reale das Leben eines Autors kann aufwändig sein.

Dem Leser jedenfalls vergeht die Zeit beim Lesen wie im Fluge – und so nimmt auch er für ein paar Stunden Teil am „Lebenschwänzen“.

Fortsetzung folgt.

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1 Antwort zu Martin Suter – „Allmen und die Libellen“

  1. Sonja Eden sagt:

    Ich lese gerade „Der Koch“ von Suter. Auch sofort zu erkennen. Kennst Du es schon?
    Mich hat am meisten „Der letzte Weynfeld“ fasziniert. Lag vielleicht an der Malerei, aber der Koch mit seinen interessanten tamilischen Kreationen ist auch klasse.

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