Arne Dahl – “Misterioso”

Rating: ★★★☆☆ 

Der Titel des Buches, so viel sei verraten, ist ein Jazzstück von Thelonious Monk. Wenn der Mörder sein Werk vollbracht hat, dann spielt er danach diesen Titel auf der Stereoanlage seines Opfers. Man merkt schon, das wirkt etwas konstruiert, so wie der ganze Plot im Nachhinein.

Erzählstil, Ambiente, Lebensgefühl, überall herrscht große Ähnlichkeit mit Hennig Mankell. Hauptprotagonist Hjelm ähnelt (nicht nur wegen des Pickels auf seiner Wange) Kommissar Lindman aus Mankells „Rückkehr des Tanzlehrer“ (hier muss sich allerdings Mankell bei Dahl inspirieren lassen haben, da Misterioso in Schweden bereits 1999 erschien).

Zum Inhalt: Es werden mehrere Morde an schwedischen Wirtschaftsbossen verübt. Zunächst muss die russisch-estnische Mafia dafür herhalten, bis sich ganz langsam das Psychogramm eines biederen Bürgers entwickelt, der anlässlich seiner Entlassung ausrastet und quasi gezielt Amok gegen das Establishment läuft. Der Leser ist immer Zeuge beider Seiten: Täter und Verfolger.

Insgesamt eine dustere Unterhaltung mit einem Schuss Partnerstress.

Vergleicht man solche modernen Krimis mit denen des Altmeisters Simenon, dann sind drei Sterne sogar noch erheblich geschmeichelt. Aber das ist wohl so wie der Unterschied zwischen öffentlich rechtlichen TV-Programmen und privaten.

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