Leon de Winter – „Sokolows Universum“

Rating: ★★★★☆ 

Leon de Winter ist ein Sohn niederländischer, orthodoxer Juden. Er hat seinen Glauben und seine Erfahrungen damit in fast all seinen Büchern zum Thema gemacht.

Worin besteht nun der Charme dieses Buches? Für mich ist es die Auseinandersetzung zwischen Moral und Geld, verkörpert durch die beiden Protagonisten Lew und Sokolow oder, wenn Sie so wollen, zwischen Ethik und Skrupellosigkeit.

Wie soll man in solchen Zeiten (insbesondere nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem damit verbundenen Sinnvakuum) leben? Woran soll man sich orientieren, wenn die alten Werte und Ziele plötzlich nicht mehr gelten? Schlägt man sich eiskalt auf die (andere) Seite des Kapitals oder landet man in der Gosse? Im Prinzip finden wir hier eine deutliche Parallele zu Brechts Entlarvung einer korrupten Bourgeoisie in der „Dreigroschenoper“.

Der fehlende fünfte Stern ist einem m. E. übereilten und daher unfertigen wirkenden Schluss geschuldet. Das Handlung zieht sich an manchen Stellen künstlich in die Länge – und dann dieser inkongruente Schluss. Dennoch Prädikat „lesenswert“!

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