Peter Handke – “Die Angst des Tormanns beim Elfmeter”

Rating: ★★★★☆ 

Alles ist gesagt. Was lässt sich noch hinzufügen?
Erstens: Ermutigung, dieses Buch zu lesen.
Zweitens: Anhaltspunkte, für wen dieses Buch weniger geeignet sein könnte.

Bei kaum einem deutschsprachigen Autor gehen die Meinungen so auseinander wie bei Peter Handke. Dabei gibt es nur zwei Lager: Großer Schriftsteller – überschätzter Schriftsteller – ein besonders bei österreichischen Schriftstellern häufig anzutreffendes Phänomen.

Der Titel der vorliegenden Erzählung ist immerhin jedem Literaturinteressierten bekannt. Gelesen haben sie vermutlich nur wenige. Wer sich mit dem Existenzialismus beschäftigt hat und Autoren wie JP Sartre, Camus, Beckett, besonders aber auch einige österreichische Kollegen Handkes (Bernhard, Innerhofer, Roth, Haushofer) schätzt, kommt hier auf seine Kosten.

Wer diese Autoren und die morbide, kalte Endzeitstimmung, die in deren Werken weit verbreitet ist, nicht mag, möge die Finger von diesem Buch lassen. Ein Wilhelm Genazino als Beobachter des alltäglichen Wertezerfalls ist die „reinste Freude“ verglichen damit.

Wir alle kennen vermutlich Menschen, die wie Bloch, der Hauptfigur dieser Erzählung, durch Fügungen des Schicksals ihren Halt verlieren. Arbeitslosigkeit, Alkohol, Abrutschen in die Gosse, Apathie. Kaum einer hat das je so eindringlich beschrieben wie Handke in diesem Buch.

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