Frank Schätzing – „Lautlos“

Rating: ★★★★☆ 

Nehmen wir es gleich vorweg: Die m. E. wirklich berechtigte Kritik betrifft die Länge(n) dieses Buches – auf 250 Seiten reduziert wäre es vortrefflich. Weniger ist tatsächlich manchmal mehr – die 700 Seiten empfand ich zwischendurch immer wieder als Zumutung.

Doch hat Schätzing mit „Lautlos“ wieder einmal bewiesen, auf welch hohem Niveau er in der Lage ist, umfangreichste Recherchearbeiten (ähnlich wie in „Der Schwarm“) in einem spannenden (Kriminal-) Roman einfließen zu lassen. Seine Sachkenntnisse – in diesem Falle über den sog. „Kosevo-Konflikt“ und dessen Hintergründe, die IRA sowie die Lasertechnologie – sind immer wieder verblüffend. Man merkt da deutlich seinen profunden Hintergrund als Wissenschaftsjournalist. Seine tiefe Skepsis gegenüber den
hegemonialen Weltmachtansprüchen der USA tritt auch in diesem Werk wieder deutlich zutage.

Die Fakten garniert Schätzing in diesem Buch mit einer klassischen Love-Story und würzt das Ganze gekonnt mit einer Abhandlung über die verschiedenen Whisk(e)y-Sorten (nachdem er uns in „Mordshunger“ bereits lukullische Lehrstunden erteilte).

Wer all das mag, ist bestens und umfangreich bedient.

Mein Fazit: Eine gigantische Fleißarbeit, allerdings auch für den Leser!

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