Eric-Emmanuel Schmitt – „Monsieur Ibrahim“

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Man könnte glauben, es sei leichter „kleine“ Bücher mit einem Umfang von wenigen Seiten zu schreiben (hätte der Verlag eine „normale“ Schriftgröße verwendet käme das Buch vermutlich auf unter 30 Seiten statt knapp 100), als einen „dicken“ Roman. Dem ist bei Weitem nicht so, denn die Erwartungen sind meist gleich hoch, nur muss die Erfüllung auf weniger Seiten gelingen.

Nur wenigen Autoren vermögen solch kleine Meisterwerke hervorzubringen. Elias Canetti kann das. Siegfried Lenz hat damit gar keine Mühe. Von Keyserling hat es – jüngst wiederentdeckt – auch bewiesen. Auch Walter Kempowski konnte das. Denn sie sind alle Erzähler und keine Romanciers. Doch als ein eben solcher wird Eric-Emmanuel Schmitt laut Verlagsangabe bezeichnet. Ich bin froh, dass er das nicht genutzt hat, aus dem Buch einen 500-Seiten-Wälzer zu machen – es hätte wohl kaum besser werden können.

Verglichen mit den o.a. Autoren ist Schmitt mehr als eine ganze Generation jünger und nimmt daher zwangsläufig andere Themen auf, wie zum Beispiel in diesem Buch die Verarbeitung zweier rivalisierenden Weltreligionen. Gleichzeitig ist das Buch eine Erzählung über das Glück, gleich welcher Rasse, Religion oder Nationalität man angehört.

Diesem Buch könnte eine dauerhafte Existenz, ähnlich solchen Werken wie „Der kleine Prinz“, beschieden sein.

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