Michael Buselmeier – „Wunsiedel“

Rating: ★★☆☆☆ 

Dieses Buch darf als typischer Fall gelten, bei dem der Leser den Rezensionen der renommierten Zeitungen folgt und das Buch erwirbt. Doch nicht alles, was den professionellen Literaturrezensenten gefällt, trifft den Geschmack des Lesepublikums – viele Kilo bedruckten Papiers verstopfen meine Regale angesichts der Elogen eines MRR in seinem „Literarischen Quartett“. Zufälligerweis steht dieser Titel auch auf der „Shortlist“ des diesjährigen Deutschen Buchpreises.

„Wunsiedel“ ist ein Roman über das Theater. Der Ich-Erzähler Moritz Schoppe reist im Sommer 1964 für die Luisenberg-Festspiele in die Kleinstadt Wunsiedel im Fichtelgebirge. Der Germanistikstudent ist Anfang 20 und auf der Suche nach der großen Karriere im Theater.

44 Jahre später kehrt der gereifte Moritz Schoppe zurück, von seiner Liebe zum Theater ist kaum etwas übrig geblieben. Er geht die Wege seinen jüngeren Ichs nach und reflektiert über sich selbst.

Mit der Bezeichnung „Theaterroman“ stellt sich Buselmeier in eine Tradition, die mit Goethes „Wilhelm Meister“ und Karl Philipp Moritz‘ „Anton Reiser“ beginnt. Beiden Werken liegt die Auseinandersetzung des künstlerischen Individuums mit den Belangen des Theaterspielens zugrunde.

Die poetische Sprache, die Wunsiedel zu einem symbolischen Heimatort verdichtet, soll wohl an Jean Paul, den berühmten und von Buselmeier oft beschworenen Dichtersohn der Stadt, erinnern.

Und so gerät Wunsiedel nicht nur zu einem „Künstlerroman“, sondern leider auch zu einem künstlichen Roman mit vielen Längen.

Klare Leseempfehlung deshalb: Nur für Theaterliebhaber oder Künstler oder ejen, die sich dafür halten.

Dieser Beitrag wurde unter 2 Sterne, Roman abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar