Klaus Hübotter – „600 Versuche, mit zwei Zeilen“

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Klaus Hübotter ist Bremer Bauunternehmer. Er hat eine Vielzahl von hoch gelobten Bauwerken errichtet oder alte vor dem Abriss gerettet. Genannt seien nur das Wall-Café, die Villa Ichon, das Kulturzentrum Schlachthof, das Haus der Wissenschaft, sein ehemaliges Bürohaus an der Bischofsnadel. Später kamen dann der Speicher XI und das Kaufhaus Julius Bamberger hinzu. Auch die Rettung des alten Sendesaals von Radio Bremen ist einzig Klaus Hübotter zu verdanken.

Dabei fing alles recht beschwerlich für den im Jahre 1930 geborenen und studierten Juristen an. Wegen seiner Mitgliedschaft in der KPD war ihm im Zuge des “Berufsverbots” eine Tätigkeit als Rechtsanwalt nicht möglich. Das hat Hübotter jedoch scheinbar eher angespornt denn entmutigt.

Und immer wieder hat Klaus Hübotter Tagebüchern – meist in kurzer Versform – notiert, wie es ihm im Leben ergangen ist. Da seine Frau Lore hoch dekorierte Buchbinderin ist, sind daraus eine Vielzahl sehr schöner und sehr lesbarer Bücher entstanden – oft nur in kleiner Auflage als Geschenk für den Kunden- und Freundeskreis, selten als im Handel erhältliches Buch mit ISBN.

Von 1990 an engagierte sich Klaus Hübotter auch in Lettland, vor allem in Riga, bei der Sanierung historischer Gebäude und deren Überführung in neue Nutzungen, wie zum Beispiel den “Konventhof”, ein Ensemble mittelalterlicher Gebäude im Zentrum der historischen Altstadt, der zu einem Hotelkomplex saniert und umgebaut wurden.

Bei der Einweihungsfeier des Konventhofs am 14. Dezember 1996 trug Hübotter diesen Vers vor:

„Grün ist das Lettenland,
weiß ist der Ostseestrand,
blond ist das Frauenhaar,
sag mir nun, wo ich war?“

Das war offenbar Anlass für Laima Stauvere in Folge 600 Zweizeiler von Klaus Hübotter ins Lettische zu übersetzen. Die Edition Temmen hat daraus dieses Buch gemacht: Links (!) die deutschen Aphorismen, rechts die ins Lettische übersetzten.

Der Schönste:

„Freundsein erfordert gemeinsame Sachen.
Lass uns nicht reden, lass uns was machen!“

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