Christian v. Ditfurth – „Labyrinth des Zorns“

Rating: ★★★☆☆ 

Spätestens beim fünften Stachelmann-Krimi fällt die auch in diesem Fall etwas prätenziöse Wahl des Titels auf – wobei sich auch der dieses Romans im Laufe des Buches nicht erhellen will.

Historisch geht es dem Historiker v. Ditfurth dieses Mal um die rechtliche Behandlung von Genossen der KPD im Nachkriegsdeutschland.

Zunächst einmal fliegt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in die Luft. Während die Justiz nach islamistischen Terroristen fahndet, erhält der Hamburger Historiker Josef Maria Stachelmann von einer Deutsch-Amerikanerin den Auftrag, ihren Vater, Franz Laubinger, zu suchen, der Ende der Fünfzigerjahre spurlos verschwunden sei.

Stachelmann hat sich nämlich inzwischen von der Universität verabschiedet und hält sich mit einem Büro für historische Ermittlungen über Wasser. Auch eine andere Frau als seine Kollegin Anne tritt im Laufe des Geschehens ins Blickfeld. Und seit dem vierten Fall hat Stachelmann zudem den schwulen Georgie als Assistenten an seiner Seite. Weiterhin mit von der Partie: Diclofenac (die häufige Nennung des Produkts von ratiopharm grenzt an Produkt Placement) gegen die rheumatischen Attacken und Alkohol gegen die depressiven Schübe.

Die Suche nach dem verschollenen Vater beginnt, die Brücke zwischen faschistischer Verfolgung und Restauration in den Fünfzigern wird geschlagen und zu guter Letzt wird noch Felix, Sohn von Ex-Freundin Anne bedroht wird. Gut dass es Josef Maria Stachelmann gibt, der all das aufzuklären vermag.

Nun folgt wieder das Übliche: Die Reisemanie des Dr. Stachelmann durch die Republik.
Wie immer macht es v. Ditfurth kaum unter 400 Seiten – von denen auch dieses Mal die Hälfte obsolet ist.

Die Charaktere werden wie immer nur angekratzt, nein, das Herausarbeiten von Personen ist nicht v. Ditfurths Stärke.  Stattdessen ertrinkt er in Klischees, wie dem der umwerfenden blonden Schönheit, die in sein Büro platzt, um wie bei Chandler die Suche nach einem Vermissten in Gang zu setzen.

Warum man dann doch immer den nächsten Band lesen will – das bleibt das wahre Rätsel v. Ditfurths!

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