Fred Vargas – „Die Nacht des Zorns“

Rating: ★★★☆☆ 

An kaum einem Kriminalschriftsteller scheiden sich so die Geister wie an Fred Vargas.

Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die französischen Schriftstellerin, Historikerin, Mittelalterarchäologin und Archäozoologin Frédérique Audoin-Rouzeau (* 7. Juni 1957 in Paris). Fred ist der Diminutiv von Frédérique und Vargas ihr Pseudonym als Autorin ihrer „romans policiers» nach der von Ava Gardner gespielten «Barfüßigen Gräfin“.

Ihre Protagonisten sind alle durchweg skurril:

Jean-Baptiste Adamsberg: Kommissar im 13. Arrondissement in Paris, der mit extremer Langsamkeit und vor allem Intuition seine Fälle löst.

Commandant Adrien Danglard: Das lebende Lexikon der Brigade, der intellektuelle Gegenpol zu Adamsberg, alleinerziehend, fünf Kinder, dem Weißwein zugeneigt, kann den Gedanken seines Vorgesetzten oft nicht folgen.

Lieutenant Violette Retancourt: Stämmig, ein Weib mit Zwölfmännerkraft, wird von Adamsberg als Göttin bezeichnet.

Lieutenant Veyrenc, wie Adamsberg ein Mann der Pyrenäen, der oft spontan in Alexandrinern spricht.

In ihrem zehnten Krimi der Adamsberg-Reihe entführt ein jahrhundertealter Mythos  Kommissar Adamsberg in die dunklen Wälder der Normandie. Eine verängstigte Dame sucht Kommissar Adamsberg auf: Ihre Tochter Lina hat die armée furieuse oder Mesnie Hellequin gesehen, in Deutschland als Mythos bekannt unter dem Namen Die Wilde Jagd. Dieser mittelalterlichen Legende von dieser Armee lebender Leichen nach ergreift dieses Heer schuldig gewordene Personen und führt sie der wahren Gerechtigkeit zu.

Die Reiter, die Lina gesehen hat, hatten vier Menschen in ihrer Gewalt, deren Tage der Legende nach nun gezählt sind. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis das erste Opfer des „Wütenden Heeres“  stirbt. Adamsberg ist überzeugt, dass sich jemand der mittelalterlichen Sage bedient, um ungestört morden zu können.

Schon in der Frühzeit setzten sich Menschen nachts um ein Feuer und erzählten sich Geschichten, in denen sie Gefahren heraufbeschworen haben, die sie enorm übertrieben und dann besiegt haben. Diese Befreiung durch Erzählen ist Lebenshilfe von vitaler, fundamentaler Bedeutung. Fred Vargas trägt dieser Tatsache Rechnung.

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