Friedrich Dürrenmatt – „Die Physiker“

Rating: ★★★★★ 

Drei vermeintlich Irre, drei Morde, drei Physiker. Die Polizei ist machtlos. Am Ende bleiben drei Morde, drei Physiker als vermeintlich Irre im Sanatorium. Nur die ermordeten Schwester wurden durch kräftige und wehrhafte Männer ersetzt.

Soweit zur wenig aufregenden Handlung dieses heute noch größten deutschsprachigen Theatererfolgs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dürrenmatt ist Moralist, wenn auch ein zutiefst resignierter. Sein Fortschrittsglaube an die Menschheit hat sich und ihn erschöpft. Mit diesem bereits 1962 uraufgeführten Theaterstück proklamiert er das Ende des zivilisatorischen Fortschrittsglaubens.

Der geniale Physiker Möbius hat eine Entdeckung gemacht, die die Gefahr der Vernichtung der Welt in sich birgt und damit zur Grundfrage des Stücks nach der Verantwortung der Wissenschaft führt. Möbius versteckt sich daher als vermeintlich Irrer im Sanatorium, als er die destruktiven Verstrickungen von Politik und Wissenschaft durchschaut.

Doch der geschützte Raum schützt nicht. Längst haben die Geheimdienste der beiden Supermächte Agenten auf ihn angesetzt, die sich ebenfalls als malade Physiker ins Sanatorium haben einweisen lassen. Am Ende einigt man sich auf Stillschweigen. Doch da durchkreuzt eine wirklich Irre das Spiel.

Als Sprecher fungiert Amido Hoffmann – auch hier hätte man sich Hans Korte gut vorstellen können. Die beiden CDs haben eine Gesamtlaufzeit von 1:39 h. Eine Aufnahme der SRG SSR aus dem Jahre 1963.

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