Georges Simenon – „Maigrets Nacht an der Kreuzung“

Rating: ★★★☆☆ 

Eine Kreuzung, drei Häuser, Durchgangsverkehr nach Paris: Daraus konstruiert Simenon einen undurchsichtigen Fall. Er gehört zur ersten Staffel von 19 Romanen der insgesamt 75 Romane und 28 Erzählungen umfassenden Reihe um den Kriminalkommissar Maigret und entstand im April 1931 im Château de la Minaudiere in La Ferté-Alais.

Ein Mann ist an der Kreuzung der drei Witwen umgebracht worden und keiner hat einen Grund: Der Versicherungsvertreter nicht, der ja nicht sein nagelneues Auto für solch eine Schandtat opfern würde; der verarmte adelige Däne nicht, der nur seine Ruhe haben will und der Tankstellenbesitzer, der so fremde Leute wie den Mann aus Antwerpen gar nicht kennt.

Doch im Auto des Dänen wurde der tote Diamantenhändler gefunden, also ist er verdächtig. Maigret geht der Sache nach, doch er glaubt nicht an dieses zu deutliche Indiz.

„Als Maigret müde seufzend seinen Stuhl vom Schreibtisch zurückschob, an dem er gesessen hatte, dauerte das Verhör Carl Andersens bereit volle siebzehn Stunden.“

Er lässt den Dänen frei, begibt sich persönlich an den Tatort und verbringt die Nacht an der Kreuzung. Es gibt nur drei Häuser an dieser einsamen Kreuzung im Pariser Vorort zwischen Avrainville und Arpajon im Departement Essonne:  Das der dänischen Geschwister, das des Versicherungsvertreters Michonnet und die Tankstelle von Monsieur Oscar. Die laszive Schwester des mordverdächtigen Dänen irritiert Maigret.

Auf die Frage, was er von dem Fall halte, erwidert Maigret gebetsmühlenhaft wie immer: „Ich glaube überhaupt nichts!“

Am Ende entwickelt sich dieser kleine Kriminalroman zu einer richtigen Räuberpistole. Es wird auffallend viel geschossen, wenn auch nicht getroffen. Nicht gerade Simenons stärkster Maigret-Roman, wenn auch sechs Mal verfilmt. Vielleicht wegen der vielen Schüsse?

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