Georges Simenon – “Der Verrückte von Bergerac”

Meine Bewertung: ★★★☆☆ 

“Maigret und der Verrückte von Bergerac” (Originaltitel: “Le Fou de Bergerac”) ist der 16. von insgesamt 75 Romanen und 28 Erzählungen um den Kommissar Maigret. Er entstand im März 1932 – nicht etwa in Bergerac, sondern in La Rochelle.

Der Roman fängt vielversprechend an: Auf Einladung seines Freundes Leduc will Maigret für ein paar Tage privat in die Dordogne reisen. Doch ein mysteriöser Mitreisender im Liegewagen veranlasst Maigret, wie dieser den Zug auf unkonventionelle Weise zu verlassen und ihm zu folgen. Dabei wird Maigret angeschossen und erwacht erst wieder im Krankenhaus von Bergerac, wo sich der Arzt Rivaud, der örtliche Kommissar, der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter um sein Bett versammelt haben: Man hält Maigret für den „Verrückten von Bergerac“, einen Serienmörder, der bereits zwei junge Frauen umgebracht hat.

Dieser Verdacht lässt sich durch den herbeigeeilten Leduc zerstreuen, und Maigret zieht nach einigen Tagen zur Rekonvaleszenz Tagen ins Hôtel d’Angleterre um, wo er durch Dr. Rivaud weiter versorgt und durch die inzwischen ebenfalls angereiste Madame Maigret liebevoll umsorgt wird. Vom Hotelbett aus – das ist neu in der Kriminalgeschichte – leitet Maigret nun seine Ermittlungen, sehr zum Unwillen der örtlichen Behörden, die das als Einmischung in ihre Angelegenheiten betrachten.

Doch dann übertreibt es Simenon bei der Auflösung dieses Falles mit dem Herstellen von Zusammenhängen und Kausalitäten. Die Handlung wird dadurch unübersichtlich und der Leser bleibt mit der Komplexität der Dramaturgie überfordert auf der Strecke. Viel hilft eben nicht immer viel.

Und dann fährt Maigret doch noch für ein paar Tage zu Leduc.

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