Jules Verne – “Reise zum Mittelpunkt der Erde”

Meine Bewertung: ★★★☆☆ 

Jules Vernes (1828-1805) gilt als der Vater der Science-Fiction Literatur. Doch auch wenn seine Phantasie ihn zwar zum Erfinder dieser neuen Literaturgattung werden ließ,  kannte er dieses Genre selber nicht. Verne hatte die Gabe, Unterhaltung und Information so zu mischen, dass daraus eine Vielzahl von Literaturklassikern (Reise in 80 Tagen um die Welt, 20.000 Meilen unter dem Meer) entstanden.

Die Hauptfiguren dieser Geschichte, die der Franzose Verne in Jahre 1864 veröffentlichte, sind Deutsche. Das mutet erstaunlich an – und wäre nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 sicher so nicht mehr möglich gewesen. Verne ließ gerne Angehörige anderer Nationen in außergewöhnliche Abenteuer ziehen. Dass dabei Klischees in seine Figuren einflossen, nahm man ihm nicht übel, weil er auch die eigenen Landsleute davon nicht ausschloss.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde bestreiten:

  • Der eigenwillige Professor Otto Lidenbrock, der in Hamburg lebt und dort am Johanneum Mineralogie und Geologie unterrichtet
  • Sein Neffe und Assistent Axel, der Ich-Erzähler des Romans
  • den Eiderentenjäger Hans Bjelke, ihr isländischer Führer

die Stätten seiner zahlreichen Reiseromane nie bereist, sondern sie sich vom Schreibtisch aus erschlossen. Er war dem Stand der Technik seiner Zeit weit voraus und sang das hohe Lied auf den menschlichen Forschergeist.

Damit ist er ein typischer Vertreter des 19. Jahrhundert, der Epoche des Reisens, Entdeckens und naturwissenschaftlichen Forschens. Forscher aller Nationen schwärmten im 19. Jahrhundert in die ganze Welt aus, um die noch existierenden Rätsel der Natur zu lösen. Bei der Wahl des Schauplatzes dieses Romans lag er mit seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde wissenschaftlich völlig daneben: Dass dieser glühend und flüssig sein könnte, war damals wissenschaftlich bereits nachgewiesen.

Die Handlung ist überschaubar: Professor Lidenbrock hat in einem alten Buch eine rätselhafte Nachricht in Runenschrift gefunden. Die Botschaft enthält einen Hinweis auf eine Einstiegsmöglichkeit ins Innere der Erde von einem Vulkan in Island aus. Unverzüglich machen er und sein Neffe sich auf den Weg nach Island. Das Abenteuer selber wird zu einer Schilderung früherer Epochen der Erdgeschichte, in denen die drei Reisenden tief unter dem Meeresspiegel Riesenwälder, gigantischen Meeren, Riesenechsen und Dinosauriern begegnen.

Nach vielen kräftezehrenden Wochen speit die Unterwelt sie wieder glücklich durch den Stromboli aus. Die wissenschaftliche Sensation ist perfekt – zumindest im Roman.

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