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	<title>Heidtmanns Bücher</title>
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		<title>In Kürze</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 07:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In Kürze wird hier berichtet über: Christian v. Ditfurth &#8211; &#8220;Lüge eines Lebens&#8221; Josef Bierbichler &#8211; &#8220;Mittelreich&#8221; Martin Mosebach &#8211; &#8220;Als das Reisen noch  geholfen hat&#8221;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Kürze wird hier berichtet über:</strong></p>
<p>Christian v. Ditfurth &#8211; &#8220;Lüge eines Lebens&#8221;</p>
<p>Josef Bierbichler &#8211; &#8220;Mittelreich&#8221;</p>
<p>Martin Mosebach &#8211; &#8220;Als das Reisen noch  geholfen hat&#8221;</p>
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		<title>Johannes Liess &#8211; &#8220;artgerecht leben&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 06:36:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Liess]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Titel dieses Buchs von Johannes Liess macht neugierig. Für jedes Huhn und jeden Schäferhund gibt es gesetzliche Vorschriften zu seiner Unterbringung, für den Bürger wohl eher nicht. Johannes Liess sehnte sich nach Jahren eines modernen Nomadenlebens nach Stille. Als &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/02/johannes-liess-artgerecht-leben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>Der Titel dieses Buchs von Johannes Liess macht neugierig. Für jedes Huhn und jeden Schäferhund gibt es gesetzliche Vorschriften zu seiner Unterbringung, für den Bürger wohl eher nicht.</p>
<p>Johannes Liess sehnte sich nach Jahren eines modernen Nomadenlebens nach Stille. Als Architekt hatte er weltweit gearbeitet, bis es ihm genug war: Im Jahre 2003 machte er sich mit einem Planungsbüro in Lüchow im Landkreis Güstrow (nicht zu verwechseln mit Lüchow-Dannenberg), einem sterbenden Dorf im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern, selbstständig – und nahm sich vor, das Dorf vor dem Niedergang zu retten.</p>
<p>Mit einigen anderen gründete er als Keimzelle die <a href="http://www.landschule-luechow.de/">Landschule Lüchow</a>. Mit ihr erblühte das zuvor fast ausgestorbene Dorf mit fünf Einwohnern wieder zu neuem Leben: Von den heute 40 Einwohnern sind die Hälfte Kinder.</p>
<p><span id="more-3818"></span></p>
<p>Ihr komfortables Stadtleben mit all seinen Möglichkeiten haben die meisten bewusst aufgegeben für eine Vision. Lüchow funktioniert anders als ein übliches alternatives Wohnprojekt, doch ist Idealismus ist keine Grundlage.</p>
<p>Das Leitmotiv der dort lebenden Menschen war und ist es, eine Schule zu haben, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. Kinder sollen gerne zur Schule gehen, sollen ihre Neugier auf das Leben erhalten und verstärken.</p>
<p>Durch die enge und behütete Verbindung von Dorfgemeinschaft und Schule kann Leben und zeitgemäßes Lernen für eine nachhaltige Lebensgestaltung und Arbeiten in der Gemeinschaft stattfinden.</p>
<p><em>“Wenn das Leben auf dem Land erneut attraktiv werden sollte, dann müssten die Dörfer wieder als Lebensort funktionieren. Dann genügt es nicht, wenn sich in zwölf Kilometern Entfernung ein Lebensmitteldiscounter befindet und ich ein Auto brauche, um dorthin zu kommen. Dann ist es nicht ausreichend, wenn am Morgen ein Schulbus kommt und mein Kind über eine Stunde im Bus verbringt, um das nächste Schulzentrum zu erreichen. Dann ist es nicht ausreichend, dass Menschen, wenn sie älter werden und Hilfe brauchen, in die Stadt ziehen müssen.” (Seite 73)</em></p>
<p>So weit wie möglich beziehen die Dorfbewohner ihre Lebensmittel von den Bauern<br />
der Umgebung. Aufträge werden an regionale Handwerker vergeben. Ein Gästehaus ist geplant, außerdem ein Dorfladen und eine Einrichtung für altersgerechtes Wohnen. Gemüse und Obst sollen aus der eigenen Gärtnerei kommen, Pflanzenkläranlage, Blockheizkraftwerk und Windkraftanlage sollen die Ver- und Entsorgung komplettieren.</p>
<p>Der Schulgarten wird gehegt und gepflegt, die Schüler bekommen täglich frisch gekochte Mahlzeiten. Unterrichtet wird nach waldorfpädagogischen Grundsätzen. So eine Schule hatte nicht einmal Bullerbü.</p>
<p>Dr. Johannes Liess studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Architektur.</p>
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		<title>Christian v. Ditfurth &#8211; &#8220;Schatten des Wahns&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 08:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Christian von Ditfurth]]></category>

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		<description><![CDATA[In seinem dritten Stachelmann-Fall geht es Christian v. Ditfurth um die Zeit der Studentenrebellionen Ende der 70er Jahre in Heidelberg. Stachelmann selber war seinerzeit in einer marxistischen Gruppe aktiv (v. Ditfurth selber auch?) Nun stirbt Studienfreund Ossi, einst Jura-Student, jetzt Oberkommissar der &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/02/christian-v-ditfurth-schatten-des-wahns/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&frac12;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>In seinem dritten Stachelmann-Fall geht es Christian v. Ditfurth um die Zeit der Studentenrebellionen Ende der 70er Jahre in Heidelberg. Stachelmann selber war seinerzeit in einer marxistischen Gruppe aktiv (v. Ditfurth selber auch?)</p>
<p>Nun stirbt Studienfreund Ossi, einst Jura-Student, jetzt Oberkommissar der Kripo in Hamburg, der gerade ein unaufgeklärten Mord aus dieser gemeinsamen Studentenzeit nachging: Oskar Winter wird tot in seiner Wohnung gefunden. Sein Kopf ruht auf einem alten Aktenordner mit Ausschnitten von Zeitschriften, Bildern und Protokollen aus den siebziger Jahren. Angeblich Selbstmord. Stachelmann mag das nicht glauben.</p>
<p>Statt mit Anne in Urlaub zu fahren, reist der Historiker zurück in die eigene Vergangenheit. Er findet heraus, dass auch Ossi kurz vor seinem Tod in Heidelberg war, offenbar um ein Verbrechen aufzuklären, das fast 30 Jahre zurückliegt: den Thingstättenmord. Musste Ossi sterben, weil er den Tätern, möglicherweise ehemaligen Kommilitonen, zu nahe gekommen war?</p>
<p><span id="more-3807"></span>Die Geschichte ist gut gewählt, aber wie die beiden bisher erschienenen Krimis unnötig lang. Von Ditfurth lässt seinen Stachelmann einmal mehr viele spontane Reisen unternehmen. Er taucht wieder ein ins Heidelberg von einst, trifft alte Kommilitonen, die einen arriviert, die anderen Alkoholiker &#8211; welch Alternative!</p>
<p>Die Habilitationsschrift will weiterhin nicht recht vorangehen und auch die Liebesgeschichte mit Kollegin Anne dümpelt so dahin. Ist Stachelmann nicht beziehungsfähig? Ein Leben mit kleinen Lindern scheint jedenfalls so gar nicht sein Fall.</p>
<p>Dies gepaart mit der Kaltherzigkeit, mit der er seine alte Mutter mit ihrer Krebsdiagnose allein in den OP entlässt &#8211; nein, Dr. rer pol Stachelmann kommuniziert in dieser Sache nicht einmal mit den promovierten Ärztekollegen, um mehr über die Diagnose und den weiteren  Lebensaussichten seiner Mutter zu erfahren, da ist ihm seine eigene Athritis deutlich wichtiger &#8211; so einen miesen Charakter möchte man nicht einmal als entfernten Nachbarn.</p>
<p>Am Ende geht es dann aber einmal wieder sehr schnell, zu schnell. Der Plot scheint wie aus dem Hut gezaubert &#8211; und Stachelmann behält einmal wieder recht.</p>
<p>Fazit: Etwas besser als der zweite Band.</p>
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		<title>Zsuzsa Bánk &#8211; &#8220;Die hellen Tage&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 06:24:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Zsuzsa Bank]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach vielen positiven Rezensionen habe ich das (Hör-) Buch mit großen Erwartungen gekauft &#8211; und bin überwiegend enttäuscht. Literarisch gibt es wenig Lichtblicke: Die Sprache mag zT durchaus &#8220;poetisch&#8221; sein, das Thema anrührend, aber die sich über drei Jahrzehnte erstreckende Dreiecksgeschichte in dem mythischen, kleinen Orte &#8220;Kirchblüt&#8221;, irgendwo &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/02/zsuzsa-bank-die-hellen-tage/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>Nach vielen positiven Rezensionen habe ich das (Hör-) Buch mit großen Erwartungen<br />
gekauft &#8211; und bin überwiegend enttäuscht.</p>
<p>Literarisch gibt es wenig Lichtblicke: Die Sprache mag zT durchaus &#8220;poetisch&#8221; sein, das Thema anrührend, aber die sich über drei Jahrzehnte erstreckende Dreiecksgeschichte in dem mythischen, kleinen Orte &#8220;Kirchblüt&#8221;, irgendwo in Süddeutschland, irgendwo am Neckar, &#8220;wo die Felder beginnen und die Kieswege sich kreuzen&#8221;, wo die drei Kinder Aja, Seri und Karl zusammenfinden und eine Dreiecksfreundschaft aufbauen, die bis ins Erwachsenenalter hält, schleppt sich dahin.</p>
<p>Die helle Tage der Kindheit in den 60er Jahren sind vor allem Tage, die die Kindern im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke (warum muss ich immer nur an Peter Lustig denken?) am Stadtrand wohnt.</p>
<p><span id="more-3790"></span>Manches dort Erzählte ist recht knapp am Kitsch vorbei &#8211; der &#8220;Spiegel&#8221; schreibt gar von der &#8220;Honiggrenze&#8221; zum Süßlichen. Was bleibt, ist &#8220;Folklore&#8221;, ein vermeintlich hochpoetisches Kunstgewerbe als Kulisse für eine geheimniskrämerische und definitiv spannungslose Geschichte.</p>
<p>Dabei erweist sich schon die Welt der Kinder durchaus nicht als Idylle. Deshalb habe ich Schwierigkeiten, die &#8220;Allegorie auf die unstillbare Sehnsucht nach vergangenem Glück&#8221;, wie ein Rezensent der NZZ schreibt, nachzuvollziehen.</p>
<p>Vielleicht liegt mein Urteil auch zum Teil an der Sprecherin, Doris Wolters, die das Hörbuch in leiser und wenig nuancierter Frauenbefindlichkeitsausdrucksweise vorliest. Eine andere Sprecherin &#8211; wie zB Andrea Sawatzki &#8211; hätte mE nicht nur viel mehr Verve in das Hörbuch bringen, sondern dem Werk auch jene depressive Grundstimmung nehmen können, die die Autorin möglicherweise gar nicht intendiert hat.</p>
<p>Ein Rezensent einer großen Zeitung nennt den Ton des Buches gar &#8220;elegisch&#8221;. Doch beim mysteriösen Geraune dieser gar nicht heilen Kindheitswelt muss man(n) beim Hören der CDs beim Autofahren befürchten, in Sekundenschlaf zu verfallen und sollte sich beizeiten für einen Spurhalteassistenten entscheiden, um nicht in den Leitplanken zu landen.</p>
<p>Zur Zeit halte ich daher (auch) dieses Buch für überbewertet, wie so viele, die von den großen Verlagen in den Markt gedrückt werden. Oft stehen Autoren erfolgreicher Erstlingswerke (hier: &#8220;Der Schwimmer&#8221;; &#8220;Heißester Sommer&#8221;)  unter einem enormen Druck der Verlage und verfassen dann übereilt eher mäßige Nachfolgewerke.</p>
<p>&#8220;<em>Ich habe kein Konzept, wenn ich anfange zu schreiben&#8221;, </em>bekennt Bánk in einem Interview in &#8220;<a href="http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13170172/Helle-Kindertage-im-Dorf-Kirchbluet.html">DIE WELT</a>&#8221; &#8211; das merkt man dem Werk in der Tat an!</p>
<p>Das Hörbuch umfasst 6 CDs und 407 (gekürzte) Minuten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Christian von Ditfurth &#8211; &#8220;Mit Blindheit geschlagen&#8221;</title>
		<link>http://www.meinebuecher.net/2012/02/christian-von-ditfurth-mit-blindheit-geschlagen/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 07:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Christian von Ditfurth]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian von Ditfurth ist berufshalber studierter Historiker. Da fiel es ihm nicht schwer, eine Figur wie den Historiker Josef Maria Stachelmann zu erschaffen. Doch der Autor lässt wissen, dass er zwar Romane als Historiker schreibe, es aber keine historische Romane werden sollen. &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/02/christian-von-ditfurth-mit-blindheit-geschlagen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>Christian von Ditfurth ist berufshalber studierter Historiker. Da fiel es ihm nicht schwer, eine Figur wie den Historiker Josef Maria Stachelmann zu erschaffen.</p>
<p>Doch der Autor lässt wissen, dass er zwar Romane als Historiker schreibe, es aber keine historische Romane werden sollen.</p>
<p>Auch in seinem zweiten Fall hilft Stachelmann den Kollegen von der Kripo, einen verworrenen Mordfall aufzuklären, der in die Vorwendezeit zurückreicht &#8211; denn es geht um Fluchthilfe &#8211; im Ostjargon um &#8220;Republikflucht&#8221;.</p>
<p><span id="more-3783"></span>Josef Maria Stachelmann ist dieses Mal selber in Gefahr. Er wird gar als Mörder verdächtigt und landet sogar für einige Tage in Untersuchungshaft &#8211; ein Jurist würde die Umstände seiner Inhaftierung in starke Zweifel ziehen, der Leser nimmt&#8217;s verwundert zur Kenntnis.</p>
<p>Auch einige andere Details wirken in diesem zweiten Kriminalroman etwas bemüht und konstruiert &#8211; sei es der &#8220;One night stand&#8221; mit der Frau des neuen Kollegen oder die Schwangerschaft seiner ehemaligen Freundin Anne.</p>
<p>Das Buch ist dramaturgisch mit den in Krimis inzwischen üblichen Rückblenden, Schnitten und parallelen (wenn auch zeitlich versetzten) Handlungssträngen aufgebaut und nur streckenweise spannend. Die vielen Reisen des Protagonitsen zwischen Lübeck, Hamburg und Berlin sind ermüdend. Das Ende wirkt hingegen gewollt und wird auf nur wenigen Seiten abgehandelt. Die Handlung bricht danach abrupt ab &#8211; ganz als ob der Autor selber die Lust an der Geschichter verloren hätte.</p>
<p>Schnell sind Verlage und ihre bestellten Rezensenten mit Etiketten wie &#8220;der deutsche Mankell&#8221; bei der Hand, doch wird man dem Autor und seinem zweiten Werk damit mE nicht gerecht.</p>
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		</item>
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		<title>Friedrich Dürrenmatt &#8211; &#8220;Der Richter und sein Henker&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 06:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Dürrenmatt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich entsinne mich schwach, dieses Buch in der achten oder neunten Klasse gelesen &#8211; und nicht verstanden zu haben. Jahrzehnte später nun eine Wiederbegegnung. &#8220;Der Richter und sein Henker&#8221; ist Friedrich Dürrenmatts erster Kriminalroman.  Nach zwei Theaterstücken und zwei Erzählungen veröffentlichte &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/02/friedrich-durrenmatt-der-richter-und-sein-henker/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&nbsp;</p>
<p>Ich entsinne mich schwach, dieses Buch in der achten oder neunten Klasse gelesen &#8211; und nicht verstanden zu haben. Jahrzehnte später nun eine Wiederbegegnung.</p>
<p>&#8220;Der Richter und sein Henker&#8221; ist Friedrich Dürrenmatts erster Kriminalroman.  Nach zwei Theaterstücken und zwei Erzählungen veröffentlichte Friedrich Dürrenmatt 1950/51 den Kriminalroman &#8220;Der Richter und sein Henker&#8221; als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitung &#8220;Der Schweizerische Beobachter&#8221;. 1952 erschien die Buchausgabe. Damit schaffte er seinen Durchbruch als Autor.</p>
<p>Dürrenmatts Kommissär Hans Bärlach will beweisen, dass unkalkulierbare Zufälle das perfekte Verbrechen unmöglich machen und zur Überführung der Täter beitragen. Wir erleben fortan den klassischen Kampf des Guten gegen das Böse. Bereits in seinen frühen Jahren bei der Istanbuler Polizei ist Bärlach auf seinen moralischen Antagonisten getroffen, der heute Gastmann heißt:</p>
<p><span id="more-3760"></span></p>
<p><em>&#8220;Deine These war, dass die menschliche Unvollkommenheit, die Tatsache, dass wir die Handlungsweise anderer nie mit Sicherheit vorauszusagen, und dass wir ferner den Zufall, der in alles hineinspielt, nicht in unsere Überlegung einzubauen vermögen, der Grund sei, der die meisten Verbrechen zwangsläufig zutage fördern müsse. Ein Verbrechen zu begehen nanntest du eine Dummheit, weil es unmöglich sei, mit Menschen wie mit Schachfiguren zu operieren. Ich dagegen stellte die These auf, mehr um zu widersprechen als überzeugt, dass gerade die Verworrenheit der menschlichen Beziehungen es möglich mache, Verbrechen zu begehen, die nicht erkannt werden könnten [...]&#8220;</em></p>
<p>Wenn bereits auf der ersten Seite ein Mordopfer entdeckt wird, mag man glauben, dass es in um die Aufklärung der Tat und die Überführung des Verbrechers geht. Doch Hans Bärlach weiß von Anfang an, wer der Mörder ist.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Dabei ist Bärlach ein todkranker älterer Mann, er scheint hilflos &#8211; und doch zieht er die Fäden im Hintergrund. Dürrenmatts Kommissär stellt sich außerhalb jedes Gesetzes, indem er einen kleinen auf einen großen Verbrecher ansetzt, sich selbst zum Richter aufschwingt und einen ahnungslosen Mörder als Henker missbraucht. Autor und sein Kommissär sind genuine Adepten des Existenzialimus der 50er Jahre, die Grenze zum Nihilismus ist fließend:</p>
<p><em>&#8220;Vielleicht hat Gastmann mehr Gutes getan, als wir drei zusammen, die wir hier in diesem schiefen Zimmer sitzen. Wenn ich ihn schlecht nenne, so darum, weil er das Gute ebenso aus einer Laune, aus einem Einfall tut wie das Schlechte, welches ich ihm zutraue. Er wird nie das Böse tun, um etwas zu erreichen, wie andere ihre Verbrechen begehen, um Geld zu besitzen, eine Frau zu erobern oder Macht zu gewinnen, er wird es tun, weil es sinnlos ist, vielleicht, denn bei ihm sind immer zwei Dinge möglich, das Schlechte und das Gute, und der Zufall entscheidet.&#8221;</em></p>
<p>Mit solchen kurzen, trockenen Sätzen und lapidaren Dialogen führt Friedrich Dürrenmatt seine Leser mehrmals in die Irre und erzählt eine raffinierte wie überaus spannende Kriminalgeschichte.</p>
<p>Das Bärlach-Porträt setzt Dürrenmatt in dem Roman &#8221;<a href="http://www.meinebuecher.net/2012/01/friedrich-durrenmatt-der-verdacht-2/">Der Verdacht</a>&#8221; fort. Die grundlegende Kritik an der Figur des Detektivs, der richtig ermittelnd zum falschen und falsch ermittelnd zum richtigen Ergebnis kommt, findet seine Fortsetzung in dem Roman &#8220;<a href="http://www.meinebuecher.net/2011/01/friedrich-durrenmatt-das-versprechen/">Das Versprechen</a>.&#8221; Das Hörbuch wird kongenial von Hans Korte ungekürzt auf 3 CDs und 201 Minuten vorgetragen.</p>
<p>P. S.: Mich beschleicht einmal mehr der Verdacht, dass Schule Schüler mit Texten überfordert, die sich erst dem erwachsenen und vollends reifen, abgeklärten Menschen möglicherweise erschließen. Oder sollte ein Fünfzehnjähriger den Begriff &#8220;Nihilismus&#8221; abgesehen von einer synonymischen Deutung je verstehen können?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>John von Düffel &#8211; &#8220;Houwelandt&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 07:54:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[John von Düffel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der kleine Roman John von Düffels ist der Versuch eines Familienromans. Die Houwelandts werden geführt vom Patriarchen Jorge de Houwelandt, der sich sich bereits vor Jahren mit seiner Frau Esther in sonnige spanische Gefilde zurückgezogen hat, um dort einem Leben &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/02/john-von-duffel-houwelandt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>Der kleine Roman John von Düffels ist der Versuch eines Familienromans. Die Houwelandts werden geführt vom Patriarchen Jorge de Houwelandt, der sich sich bereits vor Jahren mit seiner Frau Esther in sonnige spanische Gefilde zurückgezogen hat, um dort einem Leben als Hobbygärtner zu frönen.</p>
<p>Sein erstgeborener Sohn, Thomas, ein Mittfünfziger, hat seine akademische Karriere nicht vollendet, lebt getrennt von seiner Frau  und es nur zum charmanten Gelegenheits-Verwalter des elterlichen Anwesens gebracht. Sein Sohn Christian wiederum, Anfang dreißig, findet die Schwäche seines Vaters ebenso abschreckend wie die Stärke des Großvaters. Er ist Moderator beim Rundfunk.</p>
<p><span id="more-3756"></span>Vom Patriarchen (und promovierten Mathematiker) über den Versager zum Moderator, so ließe sich also die männliche Generationsabfolge bei den Houwelandts skizzieren.</p>
<p>Am Vorabend von Jorges achtzigstem Geburtstag hat sich vieles angestaut, was nie besprochen wurde, allein schon deshalb, weil der Jubilar nicht gern spricht. Das jahrzehntelang Unausgesprochene soll in die Rede einfließen, an der Thomas sitzt, als gelte es, die versäumten Examina seines Lebens nachzuholen. Halten soll die vom Vater aufgesetzte Rede jedoch sein Sohn.</p>
<p>In der Figur des Jorge paart sich mit ein übermäßigen Strenge-,  Zucht- und Züchtigungsverlangen gegen sich und andere. Ein „Übermaß an Kontrolle, an Willkür und Fremdbestimmung” hätten sie als Kinder erlitten, resümiert der Sohn.</p>
<p>Die Kräfte des alten Mannes versiegen langsam, der er ist krank, es geht ans Sterben. Dieser mythische Held &#8211; wie alle Helden eine Summe von Klischees &#8211; und seinen sehr alltäglichen Erben erzählt dieser Roman &#8211; oft mit übertriebenem Pathos.</p>
<p>Nein, dieser Familienroman und sein Autor können es ebenfalls nicht mit den großen, knorrigen Patriarchen des deutschen Familienromans aufnehmen.</p>
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		<title>Jan Brandt &#8211; &#8220;Gegen die Welt&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Brandt]]></category>

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		<description><![CDATA[Kumulativ, das heißt, in einzelnen Fortschritten, rezensierten wir hier diesen deutschsprachigen Debütroman, der auf knapp 1000 Seiten seinen ostfriesischen Kosmos  nur selten verlässt. Kühe grasen auf den Wiesen, hinter den getrimmten Hecken blühen Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen. In diese Welt wird Mitte der siebziger Jahre &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/01/jan-brandt-gegen-die-welt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>Kumulativ, das heißt, in einzelnen Fortschritten, rezensierten wir hier diesen deutschsprachigen Debütroman, der auf knapp 1000 Seiten seinen ostfriesischen Kosmos  nur selten verlässt.</p>
<p id="long_text">Kühe grasen auf den Wiesen, hinter den getrimmten Hecken blühen Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen. In diese Welt wird Mitte der siebziger Jahre im fiktiven Ort Jericho der Protagonist Daniel Kuper hineingeboren.</p>
<p>Wir erleben als Leser ein von der Mitte der Achtziger Jahre bis in die Gegenwart reichendes Epos, die Adoleszenzphase eines Jungen in der ostfriesischen Provinz. Im Sommer 1983 beginnt die Erzählung um Daniel, der Sohn des Drogisten Kuper.</p>
<p><span id="more-3604"></span>In eben jenem Sommer 1983 wird Daniel halbnackt und traumatisiert aufgefunden, nachdem er auf einem rätselhaft verunstalteten Maisfeld, das an jene Kornkreise anderer jahre erinnert, angebliche eine Begegnung mit Außerirdischen hatte. Jericho wird damit so schnell bekannt, wie wieder Gras über die Sache wächst. Nur Daniels Außenseiterstatus hat sich damit endgültig verfestigt; er gilt als Spinner &#8211; und das offenbar nicht zu Unrecht.</p>
<p>Bei einem so umfangreichen Buch, muss der Leser damit rechnen, dass es Längen hat. Wenn zudem stimmt, dass Brandt zehn Jahre an diesem Werk gearbeitet hat, wird es  Versatzstücke geben, die wie tektonische Platten gegeneinanderschieben. Ein schriftstellerisches Werk entsteht ja selten aus einem Guss, sondern eher aus einer Zusammenfügung vieler Fragmente. Und dieses Werk ist denn auch leider insgesamt sehr fragmentarisch geraten.</p>
<p>Auch findet sich zum Beispiel alsbald auch ein seitenlanger &#8220;trash&#8221;, wenn zum Beispiel die Damen des Ortes sich in direkter Rede beim Kaffeekränzchen extemporieren.</p>
<p>Schön hingegen das Modul um den Konfirmandenunterricht mit agnostischen Kindern und eines darob verzweifelnden Pastor.</p>
<p>Ab dem zweiten Kapitel (S. 214) geschieht nun für gut 150 Seiten etwas Ungewöhnliches: Brandt erzählt &#8211; optisch getrennt durch waagerechte Doppelbalken &#8211; zwei Geschichten parallel. Das ist zugegeben etwas mühsam, weil sich der Leser entscheiden muss, ob er die obere oder die untere Geschichte kontinuierlich verfolgen will &#8211; beide gleichzeitig ist schwierig.</p>
<p>Lokführer Walters triste Lebensgeschichte wird unter dem Doppelstrich monologisch referiert, während oben die eigentliche Handlung weiterläuft, in der aufgestaute Aggressionen der Dorfjugend brutal gegen das nächststehende schwächste Glied  der Kette gerichtet werden. Die Geschichte des Lokführers ist dabei überaus gelungen und steht einer Lenzschen Erzählung in nichts nach.</p>
<p>Im letzten Viertel des Buches dann einseitige Textfragmente und danach Spielereien mit ein- und ausblendenden Graustufen des Textes.</p>
<p>Überhaupt erfordert ein Buch Konzentration, wenn da verschiedene Textsorten wie Briefe, Plakate und Werbebroschüren eingeflochten sind. Es beginnt gleich auf den ersten Seiten mit einem anonymen, handschriftlich ergänzten Schreibmaschinenbrief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er datiert vom 9. August 1999 und warnt den Regierungschef vor einer außerirdischen Invasion, &#8220;die am 19.9. 1999 in Jericho beginnen soll&#8221;.</p>
<p>Ein durchgehendes Sujet des Buches ist Beschreibung der rohen, brünftigen bis sadistischen Verhaltensweisen der heranwachsenden männlichen Jugend auf dem Lande. Dieses weit verbreitete aber selten so detailliert beschriebene Phänomen der Adoleszenz wird in der Realität oft unterschätzt. Hier endet es mit dem Freitod eines Jungen, eines Außenseiters, an dem seine Klassenkameraden letztlich Schuld tragen.</p>
<p>Doch es gibt auch Verletzte und &#8220;Kollateralschäden&#8221;. Eine längere Episode beschreibt das durch Drogen und Death Metal geprägte suizidale Ende weiterer Klassenkameraden.</p>
<p>Eine weitere Episode beschäftigt sich mit der NPD, andere mit Drogenkonsum und einem Daniel Küper, dem so nichts recht zu gelingen scheint &#8211; man ist doch manchmal arg an den bekannten Buchtitel des Freiherrn von Eichendorff erinnert.</p>
<p>Literarisch genügt das Buch mE nicht den Ansprüchen, um für einen Buchpreis in Frage zu kommen, auch wenn der Autor sein Handwerk grundsätzlich beherrscht und ihm einzelne Passagen durchaus gelungen sind. Käufer und Leser sind einmal mehr der Werbekampage seines Verlages ausgesessen.</p>
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		<title>Friedrich Dürrenmatt &#8211; &#8220;Der Auftrag&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 10:37:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Novelle]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Dürrenmatt]]></category>

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		<description><![CDATA[Beginnen wir die Rezension mit der Einschätzung, dass diese Kriminalnovelle ein merkwürdiges Stück Literatur ist. Schon der Unterttiel deutet dies an: &#8220;Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter.&#8221; Es ist ein Regiment des Misstrauens, das Dürrenmatt vier Jahre vor seinem Tod im lakonischen, nüchternen &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/01/friedrich-durrenmatt-der-auftrag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
<p>Beginnen wir die Rezension mit der Einschätzung, dass diese Kriminalnovelle ein merkwürdiges Stück Literatur ist. Schon der Unterttiel deutet dies an:</p>
<p>&#8220;Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter.&#8221; Es ist ein Regiment des Misstrauens, das Dürrenmatt vier Jahre vor seinem Tod im lakonischen, nüchternen Stil erstaunlich weitsichtig imaginiert. Denn wir schreiben das Jahr 1986, als Dürrenmatt mit diesem apokalyptischen Stück der Umweltzerstörung und des Waffenhandels aufwartet, in dem es nur so von islamischem Fundamentalismus wimmelt. Wir sind Zeuge eines tiefenpsychologischen Schauerstücks.</p>
<p><span id="more-3729"></span>In 24 Sätzen (was nur allegorisch gemeint sein kann, da das Buch 132 Seiten umfasst) gerät eine Filmjournalistin in eine Mordgeschichte und wird bei der Auftragssuche nach der Wahrheit selber in eine wirrwitzige Geschichte verwickelt: Die Filmemacherin F. soll eine Dokumentation drehen über die in einem muslimischen Land angeblich vergewaltigte und getötete Tina von Lambert, die Frau des Psychiaters Otto von Lambert. Dieser hatte einst für Aufsehen gesorgt durch seine Weigerung, am internationalen Anti-Terroristenkongress arabische Freiheitskämpfer als Terroristen zu bezeichnen.</p>
<p>F. gerät in den Machtkampf zwischen Polizei und Geheimdienst, wird verhaftet, wieder freigelassen, wohnt der Exekution eines jungen Dänen bei, der wiederum eine Dänin ermordet haben soll, die mit der gesuchten Tina verwechselt wurde und gerät an den wahren Mörder, einen vom Vietnamkrieg traumatisierten Soldaten &#8211; alles in allem ein schwerer Albtraum.</p>
<p>Der Auftrag ist der Versuch, die Paranoia des Kalten Krieges literarisch umzusetzen. Doch ist es vor allem das Dürrenmatt’sche Baugesetz einer fortwährenden Verkomplizierung durch das Transponieren des gerade Gesagten auf eine neue Betrachtungs- und Tonart, die das Lesen bzw. Hören schwer macht.</p>
<p>Das Hörbuch wird auf 2 CDs und 150 Minuten ungekürzt vorgelesen von Charlotte Kerr (Dürrenmatts zweite Ehefrau) und Gert Heidenreich. Die dritte CD mit 53 Minuten Spielzeit darf man als Bonus CD, die den Satz 1 bis 11 umfasst, bezeichnen &#8211; eine Werkstattlesung vom Autor und Charlotte Kerr.</p>
<p>Charlotte Kerr lässt bis zum Schluss nicht davon ab, Dürrenmatts Erkenntnis, hier habe Nüchternheit zu walten, in eine ernüchternde Praxis zu überführen. Gert Heidenreich versucht immerhin durch Tempowechsel, Pausen, Intonation etwas Leben in dieses morbide Stück zu bringen.</p>
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		<title>Friedrich Dürrenmatt &#8211; &#8220;Die Panne&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 06:51:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Dürrenmatt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Mann hat eine Autopanne. Das Fahrzeug muss die Nacht über in der Werkstatt bleiben. Weil es Gasthöfe am Ort kein Zimmer mehr frei haben, verweist man Alfredo Traps an einen älteren Herren, der hin und wieder in seiner Villa Gäste aufnimmt. Der 87-jährige Herr, ein &#8230; <a href="http://www.meinebuecher.net/2012/01/friedrich-durrenmatt-die-panne/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style='margin-top: 0px; margin-bottom: 12px;'><span class="rating">Meine Bewertung:</span>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&nbsp;</p>
<p>Ein Mann hat eine Autopanne. Das Fahrzeug muss die Nacht über in der Werkstatt bleiben. Weil es Gasthöfe am Ort kein Zimmer mehr frei haben, verweist man Alfredo Traps an einen älteren Herren, der hin und wieder in seiner Villa Gäste aufnimmt.</p>
<p>Der 87-jährige Herr, ein pensionierter Richter, der mit seiner Haushälterin Simone in der Villa wohnt, heißt den Reisenden willkommen und lädt ihn zum Abendessen ein.</p>
<p>Der Gastgeber empfängt noch drei weitere Gäste: Kummer, 82, einst Strafverteidiger,  Zorn, 86, einst Staatsanwalt und Pilet, 77, einst Henker. Man fragt, ob Traps an einem Spiel teilnehmen möchte? Man führe täglich eine fiktive Gerichtsverhandlung durch, bei der man sich meistens mit bekannten Fällen aus der Geschichte befasse. Doch an diesem Abend wolle man sich einmal mit seiner möglichen Schuld befassen, er möge die Rolle des Angeklagten übernehmen. Traps erklärt sich keines Verbrechens je bewusst gespannt und gerne dazu bereit.</p>
<p><span id="more-3718"></span>Der Abend beginnt, man isst und trinkt sehr viel, ein dionysisches Gelage findet statt &#8211; und das Spiel macht Spaß. Es bringt den an sich unschuldigen Durchschnittsmenschen Traps im Laufe der &#8220;Verhandlung&#8221; dazu, sich - was zunächst absurd erscheint &#8211; letztlich eines Mordes zu bekennen, den er nicht beging. Es geht dabei um den tödlichen Herzinfarkt seines Chefs Gygax, verursacht durch die Aufregung über Traps Verhältnis mit Gygax Frau. Die Geschichte nimmt nun einen unerwarteten Verlauf: Das Urteil lautet am Ende Todesstrafe und Traps nimmt das Todesurteil angesichts der im Laufe des &#8220;Prozesses&#8221; von ihm erkannten Schuld freudig an:</p>
<p><em>&#8220;Dass man ihm einen Mord zumutete, bestürzte ihn zwar ein wenig und machte ihn nachdenklich, ein Zustand, den er  jedoch als angenehm empfand, stieg doch eine Ahnung von höheren Dingen, von  Gerechtigkeit, von Schuld und Sühne in ihm hoch, erfüllte ihn mit Staunen.&#8221;</em></p>
<p>Im Untertitel heißt die Erzählung &#8220;Eine noch mögliche Geschichte&#8221;, denn Dürrenmatt fragt im ersten Teil: <em>&#8220;Gibt es noch mögliche Geschichten, Geschichten für Schriftsteller?&#8221; </em>Ja, die gibt es ganz offenbar. Dürrenmatt sieht sich dabei als Bildhauer, der sein Material formt und bearbeitet. Sein Material findet er, wo <em>&#8220;aus einem Dutzendgesicht die Menschheit blickt, Pech sich ohne Absicht ins Allgemeine weitet, Gericht und Gerechtigkeit sichtbar werden, vielleicht auch Gnade, zufällig aufgefangen, widergespiegelt vom Monokel eines Betrunkenen&#8221;.</em></p>
<p>Das Hörbuch wird von Christian Brückner auf 2 CDs und 112 Minuten ungekürzt vorgelesen. &#8220;Die Panne&#8221; gibt es auch als Theaterstück und Fernsehspiel.</p>
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