Christian v. Ditfurth – “Die Akademie”

Meine Bewertung: ★★★½☆ 

Auch der sechste Stachelmannfall rührt in der Historie der Republik. Es geht dieses Mal um interessierte Kreise, die nahezu ohne Unterbrechung vom Dritten Reich auch die junge Republik unsichtbar zu steuern versuchen. Ziel ist die gezielte Einflussnahme über Wissenschaft und Medien.

Ein Historikerkollege recherchiert über eine angeblich gigantische Verschwörung. Mehr will er seinem Ex-Kollegen Stachelmann beim Abendessen nicht erzählen. Am nächsten Morgen liegt seine Leiche im Berliner Bundesarchiv.

Das Thema ist nicht schlecht gewählt. Denn wer glaubt, die Politik eines Landes sei durch ihre demokratisch gewählten Vertreter unabhängig in ihren Entscheidungen, hat nur mit einem Auge hingeschaut. Mafiöse Strukturen gibt es in jedem Staat, nur agieren sie mehr oder minder offensichtlich. Stachelmann stolpert dabei über mehrere Morde, Polizei und Verfassungsschutz  kommen sich in die Quere.

Die Liebe zu Anne findet ein Revival und Georgie entwickelt sich zum wahren Assistenten Stachelmanns. Und der braucht etwas weniger Medikamente als sonst.

Fast jede Krimiserie lebt von der Figur des Ermittlers. Oft ist diese gesundheitlich angeschlagen, fast alle haben Beziehungsprobleme (außer Maigret), mancher eine Abhängigkeit von Drogen (Sherlock Holmes), Alkohol (Wallander) oder Medikamenten (Stachelmann). Christian v. Ditfurth hat mit Josef Maria Stachelmann zudem einen depressiven Protagonisten geschaffen, der an sich und der Welt leidet. Dieses Lebensgefühl scheint in die heutige Welt zu passen. Vielleicht hat der Autor deshalb so viel Erfolg mit seiner Serie?

Insgesamt erscheint diese sechste Folge etwas kongruenter als manch früherer Fall, auch wenn die verschiedenen Handlungsstränge verwirren.

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Christian v. Ditfurth – “Labyrinth des Zorns”

Meine Bewertung: ★★★☆☆ 

Spätestens beim fünften Stachelmann-Krimi fällt die auch in diesem Fall etwas prätenziöse Wahl des Titels auf - wobei sich auch der dieses Romans im Laufe des Buches nicht erhellen will.

Historisch geht es dem Historiker v. Ditfurth dieses Mal um die rechtliche Behandlung von Genossen der KPD im Nachkriegsdeutschland.

Zunächst einmal fliegt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in die Luft. Während die Justiz nach islamistischen Terroristen fahndet, erhält der Hamburger Historiker Josef Maria Stachelmann von einer Deutsch-Amerikanerin den Auftrag, ihren Vater, Franz Laubinger, zu suchen, der Ende der Fünfzigerjahre spurlos verschwunden sei.

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Wolfgang Herrndorf – “Tschick”

Meine Bewertung: ★★★☆☆ 

Es gibt sie tatsächlich, die Walachei. Und dorthin sind zwei Jungs unterwegs, beide aus verschiedenen Gründen Außenseiter und beide 14 Jahre alt.

Tschick ist der Neue in der Schulklasse von Maik im Osten Berlins, wo ein bürgerliches Wohnviertel an die Plattensiedlungen Marzahns stößt. Das passt zum Bild: Tschick ist hochbegabt, bettelarm und asozial, Maik kommt aus eher wohlstandsverwahrlosten Verhältnissen.

Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, ist ein russischer Migrant, klug, schweigsam und schon mal alkoholisiert in der Schule. Maik Klingenbergs Vater ist nahezu bankrotter Geschäftsmann mit Geliebter. Die Mutter pendelt zwischen Entzugsklinik und Tennisplatz.

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Christian v. Ditfurth – “Lüge eines Lebens”

Meine Bewertung: ★★★☆☆ 

Immer wieder schafft es Christian v. Ditfurth mit seinen Stachelmann-Krimis zum Titel “Krimi des Monats”. Sechs Fälle gibt es inzwischen bereits, ein Ende ist nicht abzusehen.

Die Geschichte diese vierten Falls wirkt insgesamt ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Stachelmann hat seine Habilitationsschrift über das KZ Buchenwald – und um dieses historische Thema geht es dieses Mal – endlich vorgelegt. Doch irgendetwas darin stört irgendjemanden, so sehr offenbar, dass er deswegen auf Stachelmann schießt und eine junge Studentin mordet.

Von Ditfurth braucht dieses Mal lange, bis die einzelnen Szenarien überzeugend miteinander harmonieren. Teilweise wirkt der Roman bemüht, krampfhaft konstruiert und es fehlt eine stringente und letztendlich befriedigend abgeschlossene Geschichte.

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Rolf/Alexandra Becker – “Dickie Dick Dickens – 4″

Meine Bewertung: ★★★★☆ 

Mehr als 50 Folgen haben Rolf und Alexandra Becker von dieser Gauner-Saga aus dem wilden Chicago der 20er Jahre produziert. Dieses ist nun die letzte Episode.

Nach einem jahrelangen Ausflug nach Südamerika (Episode 3) sind Dickie und sein Freunde – als da sind: Effie Marconi, Opa Crackle, Bonco und Joshua Streubenguss – nun wieder zurück in Chicago.

Zu viert mischen sie sogleich die beiden waltenden Chicagoer Gangster-Clans von Ambrosio Manza und Alphso Capelli auf. Und am Ende erscheint dann tatsächlich noch ein längst tot Geglaubter …

Das Hörbuch aus dem Jahre 1969 umfasst 2 CDs und vier Geschichten mit insgesamt 157 Minuten Laufzeit:
- “Warum die Frau Senator ihren Verlobungstag vergessen hat”
- “Ein Tässchen Kakao”
- “Wer, verdammt nochmal, ist wer?”
- “Symphonie in Bumm”

Ein letztes Mal vernehmen wir noch die markante Aufforderung:
“Versäumen Sie nicht, das nächste Mal Ihr Radio anzustellen. Hören Sie mehr über das aufsehenerregende, sensationelle, atemberaubende Leben des gefährlichsten Manne von Chicago: Dickie Dick Dickens!”

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Johannes Liess – “artgerecht leben”

Meine Bewertung: ★★★☆☆ 

Der Titel dieses Buchs von Johannes Liess macht neugierig. Für jedes Huhn und jeden Schäferhund gibt es gesetzliche Vorschriften zu seiner Unterbringung, für den Bürger wohl eher nicht.

Johannes Liess sehnte sich nach Jahren eines modernen Nomadenlebens nach Stille. Als Architekt hatte er weltweit gearbeitet, bis es ihm genug war: Im Jahre 2003 machte er sich mit einem Planungsbüro in Lüchow im Landkreis Güstrow (nicht zu verwechseln mit Lüchow-Dannenberg), einem sterbenden Dorf im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern, selbstständig – und nahm sich vor, das Dorf vor dem Niedergang zu retten.

Mit einigen anderen gründete er als Keimzelle die Landschule Lüchow. Mit ihr erblühte das zuvor fast ausgestorbene Dorf mit fünf Einwohnern wieder zu neuem Leben: Von den heute 40 Einwohnern sind die Hälfte Kinder.

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Christian v. Ditfurth – “Schatten des Wahns”

Meine Bewertung: ★★★½☆ 

In seinem dritten Stachelmann-Roman geht es Christian v. Ditfurth um die Zeit der Studentenrebellionen Ende der 70er Jahre in Heidelberg. Stachelmann selber war seinerzeit in einer marxistischen Gruppe aktiv (v. Ditfurth selber auch?)

Nun stirbt Studienfreund Ossi, einst Jura-Student, jetzt Oberkommissar der Kripo in Hamburg, der gerade ein unaufgeklärten Mord aus dieser gemeinsamen Studentenzeit nachging: Oskar Winter wird tot in seiner Wohnung gefunden. Sein Kopf ruht auf einem alten Aktenordner mit Ausschnitten von Zeitschriften, Bildern und Protokollen aus den siebziger Jahren. Angeblich Selbstmord. Stachelmann mag das nicht glauben.

Statt mit Anne in Urlaub zu fahren, reist der Historiker zurück in die eigene Vergangenheit. Er findet heraus, dass auch Ossi kurz vor seinem Tod in Heidelberg war, offenbar um ein Verbrechen aufzuklären, das fast 30 Jahre zurückliegt: den Thingstättenmord. Musste Ossi sterben, weil er den Tätern, möglicherweise ehemaligen Kommilitonen, zu nahe gekommen war?

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