Robert Harris – „Imperium“

Rating: ★½☆☆☆ 

Meine Erwartungen an dieses knapp 500 Seiten starke Buch waren zugeben hoch. Die anpreisenden Zitate aus seriösen Zeitungen lasen sich verlockend. Vermutlich waren diese Einzelsätze aus dem Zusammenhang gerissen. Ich komme zu einer gänzlich anderen Beurteilung.

Das gesamte Buch ist allzu „modernistisch“ geraten. Anachronistische Begrifflichkeiten wie „Aktentasche“, „Aktenmappen“ fallen auf. Da liegen „Bücher“ auf dem „Schreibtisch“ usw. Das ist entweder lexikalisch beim Autor falsch gewählt oder suboptimal übersetzt worden.

Überhaupt wollen die Diktion und die Inszenierung nicht so recht zum Zeithorizont passen. Doch das ist kein Wunder, da wir es hier nicht mit einem Sachbuch tun haben, sondern einem historischen, auflagenstarken Bestsellerroman.

Ob das Buch, das im Wesentlichen trotz seines reißerischen Untertitels Intrigen, Mordlust, Korruption“ ohne jegliche Spannung auskommt, tatsächlich der Masse der Leser gefällt, ist noch fraglich – denn dafür zieht sich die Handlung doch oftmals arg in die Länge. Doch auch der historisch interessierte Leser wird müde abwinken. Da liest man doch besser gleich Cicero im Original.

Man merkt, hier hat kein Historiker geschrieben, sondern ein ehemaliger Journalist. Man hätte es ahnen können: Das Taschenbuch ist im Heyne-Verlag erschienen. Heyne verlegt Bücher von Autoren der Unterhaltungsliteratur wie Johannes Mario Simmel, Daphne du Maurier, Mary Higgins Clark, John Grisham, Stephen King, Heinz Günther Konsalik usw. Außerdem umfasst das Verlagsprogramm Ratgeber und Kochbücher.

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