Martin Suter – „Allmen und der rosa Diamant“

Rating: ★★★☆☆ 

Ein wertvoller rosa Diamant ist verschwunden, ein mysteriöser Russe mit Wohnsitz in der Schweiz wird verdächtigt, ihn entwendet zu haben. Allmen International bekommt vom einem ebenfalls mysteriösen Herrn Montgomery den Auftrag, den verschwundenen wertvollen rosa Diamanten ausfindig machen. Die Spur führt von London über Zürich zu einem Grandhotel im deutschen Ostseebad Heiligendamm.

Mit seiner neuen Allmen-Serie begibt sich Suter offenbar aufs geruhsame Altenteil, denn wa gelingt ihm damit letztlich nichts Neues. Es handelt es sich um eine konsequente Fortschreibung dessen, worin Suter immer schon besonders gut war, der Schilderung gehobener Milieus. Und irgendwie erinnert das Gespann Allmen/Carlos an Don Quichotte/Sancho Panza oder Sherlock Holmes/Watson.

So liegt auch der Reiz von Suters neuem Roman weniger in der Beschreibung eines Mordes und eines gigantischen Deal in der Welt des Hochfrequenzhandels (dieser bildet letztlich dieses Mal das Sujet des Romans), sondern eher in einer Story, wie der chronisch über seine Verhältnisse lebende Snob Allmen und sein guatemaltekischer Butler Carlos zu ihrem dringend benötigten „Honorar“ kommen.

Der Roman-Zyklus gerät somit zu einem James-Bond-Film der Literatur – allerdings weitaus weniger aufregend. Dafür kann man sich als bürgerlicher Leser in die Welt der Reichen Snobs und Neureichen entführen lassen.

Das Hörbuch wird ungekürzt auf 4 Ds und 277 Minuten von Gert Heidenreich vorgelesen, der den verschiedenen Charateren durch Dialekt und Diktion Leben einzuhauchen versucht, sich dabei aber angesichts der vielen Personen manchmal dialektal verhaspelt.

Es ist nicht unredlich zu vermuten, dass Martin Suter selber durchaus etwas von seinem Protagonisten Johann Friedrich von Allmen auch in seinem eigenen Charakter hat. Auf jeden Fall kann er sich von den Verkaufserlösen gewiss einiges des beschriebenen Allmenschen Luxus gönnen. Honi soit qui mal y pense.

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