Heinz G. Konsalik – „Transsibirien-Express“

Rating: ★★★☆☆ 

Es interessant, aus den Bücherschränken anderer Menschen wählen zu dürfen. Hier im Ferienhaus auf Römö stehen viele Bücher von Georg Simmel, Willi Heinrich und Hans G. Konsalik – Literatur, die man gar nicht oder in grauer Vergangenheit einmal gelesen und vergessen hat.

Der „Transsibirien-Express“ klingt spannend und schließlich sind ja Ferien. Und in der Tat, die zehntägige Bahnreise von Moskau nach Wladiwostock, die Konsalik beschreibt,  ist keinen Moment langweilig, auch wenn einem der Gattungsbegriff „Krimi“ hier nicht zu passen scheint.

Denn anders als moderen Krimiautoren gelingt es Konsalik in dieser „Herz-Schmerz-Geschichte“ unterschiedliche Menschen in ihren – zugegeben holzschnittartigen – unterschiedlichen Charakteren durchaus spannend zu skizzieren.

Im Mittelpunkt der Handlung der deutsche Ingenieur Werner Forster und der russische KGB-Oberst Karsanow, die sich für die Zeit der Reise ein Abteil teilen müssen. Hinzu kommt die junge Milda, die in Swerdlowsk im Dunkel der Nacht auf den abfahrenden Zug aufsprang – und die Forster schützend unter seine Fittiche nimmt.

Während die lange Reise ihren Lauf nimmt, geschieht viel in diesem Zug: Diebstahl, Mord und Schneeverwehungen – Agatha Christie hat es im „Orient-Express“ nicht besser beschreiben können. Fast hätten wir das ganze Buch einem Tag geschafft, doch Seeluft macht müde – das Haupt fällt ins Kissen, am (vermeintlich) literarischen Anspruch des Buches liegt es ausnahmsweise einmal nicht.

Über seine zur „Trivialliteratur“ zählenden 80 Millionen verkauften Bücher soll Konsalik einmal selbst gesagt haben: „Ich schreibe nur für meine Leser, ich bin Volksschriftsteller“.

Eine weitere schöne Idee hier im Ferienhaus: Jeder darf ein Buch mitnehmen, wenn er ein anderes hinterlässt.

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