Stieg Larsson – „Verblendung“

Rating: ★☆☆☆☆ 

Angesichts des grassierenden „Hype“ um Stieg Larsson sei es einmal erlaubt zu fragen, was denn dieses Buch zu einem vermeintlichen „Bestseller“ macht?

Letztlich handelt es von nichts Anderem als einer Ansammlung von geballten Perversionen in den Machtzentralen der schwedischen Wirtschaft und einer verstörten Co-Ermittlerin aus der Subkultur.

Weshalb tun Leser sich das auf nahezu 700 engbedruckten Seiten an? Nun, die „Story“ ist nicht schlecht gewählt: Ein Mensch verschwindet vor vielen Jahren und der alternde Vater will es noch einmal wissen. Spannende Episoden sind durchaus mehrfach vorhanden. Auch der aktuelle Zeitbezug und die modernen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung sind gegeben.

Doch das Buch hat Längen und wäre mit 200 Seiten besser ausgekommen. Falsche Erwartungshaltungen werden mit anfänglichen Lageskizzen aus simpler Effekthascherei geschürt: Wer liest nicht gerne „Schatzkarten“? Nur leider sind diese für die Geschichte völlig gegenstands- und damit wertlos.

Und ist nicht auch der deutsche Titel „Verblendung“ eine ebenso falsche Fährte? Das Buch hat weder im engeren noch im allegorischen Sinne mit Verblendung zu tun. Der schwedische Titel „Män som hatar kvinnor“ ist da schon präziser (ich würde mit „Männer, die Frauen hassen“ übersetzen).

Die Frage ist, ob man heute nur noch Krimi-Bestseller schreiben kann, wenn man den Grad der Perversionen , Obszönitäten und Bestialitäten ständig erhöht? Auch die SZ spricht Stieg Larsson jegliches schriftstellerische Talent ab.

Fazit: Nur für hartgesottene und geduldige Leser skandinavischer Krimi „Hard-Kost“. Die zweite und dritte Folge tue ich mir jedenfalls nicht an.

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