Willi Fährmann – „Als Opa das Papier noch bügelte“

Rating: ★★★☆☆ 

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer mir das Buch geschenkt hat. Es lag jedenfalls länger in dem großen Stapel ungelesener Bücher. Denn an sich bin ich kein Freund von Kurzgeschichten. Ich will, dass mich ein Autor länger mit auf die gedankliche Reise nimmt. Doch auch auch Fährmanns Motto ist: „Lesen ist wie Reisen“. In diesem Buch sind es allesamt Reisen in die Vergangenheit.

Willi Fährmann ist bekannt als Autor von Kindergeschichten. In diesem kleinen Büchlein sind sehr unterschiedliche Geschichten versammelt, „erlebte Geschichten“, wie es im Untertitel heißt, insgesamt elf an der Zahl. Teilweise sind sie bereits früher in anderen Sammlungen Fährmanns erschienen.

Sind die ersten noch herrlich nostalgisch wie die „Badewanne“, wenn der Autor über die Welt seiner Großeltern und Eltern berichtet, so schlägt das ab „Nur ein schmaler Spalt“ um. Denn Willi Fährmann ist 1929 geboren und hat als Kind die Zeit des Zweiten Weltkriegs hautnah miterlebt. In „Treck über den gläsernen Sarg“ berichtet er vermutlich über die Flucht über das Haff seines aus Ostpreußen stammenden Vaters. Bereits in „Liter für Literatur“ kommen seine Eltern in Ostpreußen vor. „Der Alte“ berichtet über die Zeit der deutschen Besatzung Polens.

Einzig die Geschichte „Tod am Brunnen“ aus der Napoleonischen Zeit muss als Überlieferung betrachtet werden.

Insgesamt steht Willi Fährmann mit diesen Geschichten in der Tradition „erlebten Geschichte“, wie sie ein Siegfried Lenz oder ein Walter Kempowski auf so hervorragende Weise in Deutschland bekannt gemacht haben. Auch ihm geht es darum, Vergangenes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Das ist ihm ohne jede Einschränkung gelungen.

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