Günter Abramowski – „vom turm“

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Der Autor dieses kleinen Büchleins mit Gedichten sandte mir sein Werk einfach so zu.

Die Nähe zu Hölderlin ist in Titel und Bild auf dem vorderen Bucheinband unverkennbar. Auf meinen Einwand, die Gedichte seien doch etwas düster, antwortete mir der Autor:

„Nun ja,  Sie haben recht, ein wenig düster sind die Gedichte schon. Da ich aber nicht in meinem Turm verbleibe, dem Ort der Kontemplation, sondern aus meiner Versenkung, meinem Verließ hinaufsteigen will, der Liebe wegen über das Ego hinausgehen will, vom Turm da hin zu fliegen wünsche, wirds brenzlig:

– Das Mögliche geschehen lassen zu wollen, fordert eine Aufmerksamkeit, die unser Ego außer acht läßt – und schon befinden wir uns in „Gefahr“.
– Wie düster es jetzt für uns aussieht, liegt halt im Auge des Betrachters. (Auch im Auge derer, die uns betrachten.)

Ich sehe es so: Hinter der Melancholie liegt die verborgenste unserer Sehnsüchte. Dass wir aber allein damit umgehen müssen, halte ich für falsch. Wir sollten uns öffnen, dass wir einander und uns selbst näher kommen. Wir können unsere Bilder und Erfahrungen gedanklich austauschen.“

Betrachtet man die großen Philosophen und Geistesgrößen dieser Welt, so stellt man fest, wie wir an anderer Stelle bereits schrieben, dass viele von schwarzen Gedanken  heimgesucht wurden – und daraus so manches Mal Werke von Weltbedeutung entstanden. Wer viel Zeit hat, kommt eben auch leicht ins Grübeln.

ein vogel sagt
einsamsein heißt
eine welt befrieden können

Und im Gedicht lässt sich manches sagen, was man so im Klartext eher nicht schreiben würde.

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