Ingrid Noll – „Ehrenwort“

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Immer mal wieder bin ich über den Namen der Autorin gestolpert. Nun habe ich ihr letztes Buch gekauft. Es ist ein typisches Beispiel dafür, wie Verlage den Leser mit Zitaten aus Rezensionen bekannter Journalien zu täuschen versuchen. So wird auf dem Buchrücken der Spiegel-Autor Joachim Kronsbein wir folgt zitiert:

„Ingrid Noll schreibt Bücher, die in einem trügerischen Niemandsland zwischen Krimi und Familiendrama, zwischen Frauenbuch und heimeligem Horror siedeln.“

Vermutlich ist dieser Satz aus irgendeinem Kontext gerissen worden. Fakt ist, dies ist das banalste Buch, das mit seit langem unter die Augen gekommen ist. Mehr noch, es ist peinlich, niveaulos, ohne jeden Esprit. Allein, wie das Thema Demenz angegangen wird, ist nicht akzeptabel. Das Buch ist weder spannend noch erbaulich, noch lehreich oder unterhaltsam. Es hat nichts, was ein (guter) Roman haben sollte. Das ist „Vorabendprogramm-Soap“ pur. Aber vielleicht hat der Spiegel-Journalist genau das gemeint, als er vom „trügerischen Niemandsland“ schrieb?

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2 Antworten zu Ingrid Noll – „Ehrenwort“

  1. D. (möchte vorerst anonym bleiben) sagt:

    Hallo Herr Heidtmann,

    ich bin heute zufällig über Ihre Rezension zu „Ehrenwort“ von Ingrid Noll auf Ihrem Profil gelandet und wollte Ihnen eine kurze Rückmeldung geben.

    Ich bin auch Amazon-Rezensentin, inzwischen ebenfalls Top (!) 89, mein Pseudonym ist „Daggi“, ich rezensiere seit 4 Jahren. Seit einiger Zeit überlege ich nun ebenfalls, dort mit dem Rezensieren aufzuhören. Ich weiß auch von anderen Rezensenten, die es in der Zwischenzeit gesteckt haben.

    Der Text auf Ihrem Profil sprach mir aus der Seele: es vergeht einem die Lust, wenn alle möglichen Besserwisser ihre Kommentare abgeben und wenn eine 1 oder 2-Sterne Rezension abgestraft wird. Das ist auch bei mir sehr deutlich zu beobachten, z.B. am „Ehrenwort“ von Ingrid Noll, das mir auch nicht gefallen hat. Ich fand es immer wichtig, eine ehrliche Meinung abzugeben und nicht ausschließlich 4 oder 5 Punkte zu geben.

    Ich bin schon so angegangen worden, dass ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste, als komplette Rezensionen zu löschen. Das nur am Rande.

    Ich wollte rückmelden, dass Sie nicht alleine dastehen mit Ihren Wahrnehmungen. Für einen positiven Austausch ist die Amazon-Verkaufsplattform nicht geeignet, das ist mein Fazit nach 4-jähriger Rezensionsarbeit. Daher werde ich es wohl auch zum Jahresende hin sein lassen.

    Ich habe inzwischen eine andere web-site gefunden, bei der man Rezensionen online stellen kann und sich über Literatur austauschen kann. Das sagt mir viel mehr zu.

    Ihr Motto „Kein Tag ohne Text“ trifft auch bei mir zu: Amazon halte ich nicht für die allein seligmachende Möglichkeit, Texte zu veröffentlichen.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiter frohes Schaffen und keinen Tag ohne Text!

    Mit freundlichen Grüssen

    D.

  2. Alfa Faehe sagt:

    Hallo Herr Heidtmann,

    nun habe auch ich das Buch gelesen. Ich kommentierte ja Ihrer Rezension auf Amazon und Sie waren so nett mich um meine Meinung zum Buch zu bitten, wenn ich dieses gelesen habe.

    Vorerst noch: „Daggi“ kann ich mich vollkommen anschließen was das kommentieren und „Abklicken“ bei Amazon betrifft. Ich hatte noch nie ein Problem mit gegenteiliger Meinung, ganz anders, mich interessiert dies sogar und ich führe gerne Diskussionen ob unterschiedlicher Ansichten. So lange Kritik konstruktiv ist, ist sie m.E. absolut legitim und nur weil man anderer Meinung ist, muss man noch lange kein „nicht hilfreich“ anklicken. Auch ich habe schon mehr als genug „neter Kommentare“ bei meinen Rezensionen stehen und das nur, weil ich mir erlaubte Kritik zu üben. Ich war auf dem Rang 139 als Amazon das Bewertungssystem umstellte. Da diese rein boshaften Abklicks nur zunahmen, im Speziellen dann, wenn ich mir erlaubte, Rezensionen von Helga König (positiv) zu kommentieren, legte ich meine Tätigkeit bei Amazon ziemlich still. Nur ganz selten schreibe ich noch Rezensionen. Es muss auch nicht sein, da ich ohnehin für andere Portale und auch einen Verlag rezensiere und da gibt es diese bornierten und boshaften Kommentare und Abklicks auch nicht. So weit, so gut 😉

    Was nun Ingrid Nolls „Ehre0nwort“ betrifft:
    Also so ganz kann ich Ihrer Rezension nicht zustimmen (bin gerade dabei meine zu schreiben, aber nicht für Amazon). M.E. erreicht Noll bei diesem Buch zwar bei Weitem nicht den Level ihren „alter“ Büchern wie „Der Hahn ist Tot“, „Die Apothekerin“ oder „Die Häupter meiner Lieben“, aber dennoch fand ich die Geschichte sehr flott zu lesen, subtil geschrieben und auch der Humor kam nicht zu kurz. Natürlich war die Erzählung weder sehr komplex, noch waren wirklich hintergründige und Versteckte „Spitzen“ zu finden. Aber sehr unterhaltsam fand ich das Buch dennoch und vor allem: Auf jeden Fall um Klassen besser als so manch andere „Möchte-gern-Spitzenbücher“.

    Aber das ist eben meine subjektive Meinung 🙂

    schönen Tag noch und einen gemütlichen 4. Adventsonntag

    Alfa Faehe
    (leider nicht mit reellem Namen, da es leider zu viele „Verrückte“ gibt)

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