Robert Wilson – „Tod in Lissabon“

Rating: ★★★★☆ 

Als Orientierung für den interessierten Leser kann nur schreiben, dass der vorliegende Roman nur bedingt einer aus der Gattung „Krimi“ ist. Anspruch und die damit verbundene Recherchearbeit des Autors sind ungleich höher und werten dieses Buch ohne jeden Zweifel auf.

Wie viel des historischen Teils der Geschichte über Wolframhandel und -schmuggel und dem Thema „Nazi-Gold“ nachweisbaren Fakten entspricht, vermag ich nicht zu sagen. Jedoch verleiht dieser Handlungsstrang der Geschichte ihren Reiz. Überhaupt ist es gerade der historische Hintergrund (wie wenig wissen wir über das Salazar-Regime?), der diesen Roman von anderen wohltuend unterscheidet.

Es ist jedenfalls erfreulich, eine weitere Alternative zu der grassierenden (und teilweise bestialischen) Skandinavien-Krimiwelle zu haben, wenngleich auch dieses Buch einen schauderhaften Blick in die Abgründe menschlichen Tuns freigibt – nur wirkt das Ganze angesichts des bekannten Gräuel nationalsozialistischer Pöbel-Herrschaft nachvollziehbarer. Dennoch oder gerade deshalb keine leichte Kost für sensible Leser.

Allerdings wird die Geschichte (besonders zum Ende hin) recht komplex („konstruiert“ wäre ein weiterer Begriff) und der Leser hat Schwierigkeiten, den Zusammenhang zwischen den einzelnen Handelnden noch nachvollziehen zu können. Deshalb „nur“ vier Sterne eines ansonsten höchst spannenden (Kriminal-) Romans.

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