Erika Schmied (Hg.) – „Peter Kurzeck – der radikale Biograph“

Rating: ★★★★★ 

Die Fotografin Erika Schmied hat eine Fotodokumentation mit 130 Schwarzweiß-Fotografien und begleitenden Texten von Peter Kurzeck herausgegeben. Sie hat dazu die wirklichen Orte gemeinsam mit Peter Kurzeck aufgesucht: Tachau, Staufenberg, Gießen, Lollar, Frankfurt am Main, Uzès.

Die Fotos zeigen die Menschen, die der Leser nur als Romanfiguren kennt: Tochter Carina, Ehefrau Sibylle, die Freunde Jürgen, Edelgard und Pascale.

Das Buch ist gerade zum 70. Geburtstag des Autors erschienen. Es ist eine Hommage an Peter Kurzeck und eine Biographie zugleich. Es ist ein Fotoband ganz im Sinne des Autors, der die Stationen seines Lebens bildhaft festhält. Die ergänzenden Texte und Laudatien runden das Wissen um das Werk dieses begnadeten Erzählers ab.

Kein anderes Erinnerungsprojekt der deutschen Gegenwartsliteratur, auch nicht das „Echolot“ von Walter Kempowski, ist so umfassend angelegt wie Peter Kurzecks Romanzyklus „Das alte Jahrhundert“. Mit seinen Erinnerungen rückt er die vergangene Zeit in die Gegenwart des Lesens. Peter Kurzeck, der vertriebene Bewahrer,  Konservator:

Man versichert sich einerseits der Welt, aber man befreit sich auch von ihr. Es ist zugleich, denke ich, ein Heilungsprozess damit verbunden.

Dieses Buch ist ein Muss für alle Kurzeck-Adepten.

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